trend im Internet
Die Todsünden beim Webauftritt
Hannes Ledl, Internetagentur Ledl & Partner, Velden.
Das Internet hat KMUs völlig neue Vertriebsmöglichkeiten eröffnet – wie gut werden diese mittlerweile genützt?
Im Tourismus zum Beispiel besitzt heute der Großteil der Klein- und Mittelbetriebe eine Website, aber viele versauen sich den Webauftritt gründlich.
Was sind typische Fehler?
Eine Todsünde ist sicher, sich selbst ernannten Web-Gurus oder einem HTL-Schüler, der angeblich schon viele Homepages eingerichtet hat. Was dabei herauskommt, ist oft nur Selbstdarstellung, und die Identität des Hauses wird gar nicht vermittelt, besonders wenn dann noch fremdes Bildmaterial eingesetzt wird.
Gilt das Prinzip der Prospektwahrheit auch online?
Leider noch nicht, und das führt zu bösen Überraschungen bei der Ankunft der Gäste. Eine weitere Todsünde ist mangelnde Aktualität – und das merkt der Kunde sofort. Die Website gehört ständig gewartet. Ein Hotelier sollte nicht nur sämtliche Sommerevents der Region online stellen, sondern auch die Preise für die nächste Wintersaison.
Was ist zu beachten, damit möglichst viel Kundenanfragen hereinkommen?
Die Kontaktaufnahme muss erleichtert werden: Interessenten sollten von jeder Seite aus mit einem Klick ein Mail absenden können. Und man sollte binnen 24 Stunden antworten – das ist die Obergrenze. Es gibt ja Funktionen dich per SMS benachrichtigen, sobald ein Mail eintrifft. Das ist gerade im Fremdenverkehr wichtig: viele Leute entschieden sich kurzfristig und fragen auch bei anderen Mitbewerbern an. Da sollte ich mit meiner Antwort besser der Erste sein, sonst verliere ich den Kunden an die Konkurrenz.
(rb) Wirtschaftsmagazin trend / Ausgabe Juli 2007
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